Go Green

CO2-Ausstoß senken, Ressourcen schonen: Umwelt- und Klimaschutzziele wie diese sind bedeutender denn je. Gerade am Anfang der Lieferkette stecken große Chancen für ein nachhaltiges Endprodukt. Es ist gleichzeitig der Beginn einer  engeren Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Einkäufern.

Umweltfreundiche Transporte helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Foto: Petmal/IStockphoto

Umweltfreundliche Transporte helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Foto: Petmal/IStockphoto

Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen, Energie und Ressourcen nimmt weltweit zu. Nach einer Konsumentenstudie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers („Global Consumer Insights Survey 2019“) entscheiden sich 35 Prozent der international Befragten bewusst für nachhaltige Produkte. 42 Prozent sind bereit, mehr für nachhaltig erzeugte Konsumgüter – Lebensmittel nicht eingerechnet – zu bezahlen. Diese Motivation zeigt sich auch beim Thema Mobilität: Vor allem in Europa war der positive Trend bei den Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen auch im dritten Quartal 2019 ungebrochen. Deutschland wies in den ersten drei Quartalen 2019 ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. China bleibt trotz stagnierender Zahlen im dritten Quartal 2019 Leitmarkt für Elektromobilität und verzeichnete im selben Vergleichszeitraum ein Plus von 21 Prozent, so die weltweite Auswertung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-­Württemberg (ZSW).

CO2-neutrale Produktion

Zwar emittieren Elektroautos kein schädliches Kohlendioxid während der Fahrt, doch vor allem in der Batterieproduktion fallen sehr wohl CO2-Emissionen an. Die Notwendigkeit, CO2 zu reduzieren, stellt die Hersteller von Elektrofahrzeugen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig ergibt sich für sie aber auch die Chance, ihre Prozesse von Beginn an so aufzustellen, dass den wichtigsten Nachhaltigkeits-
aspekten Rechnung getragen wird. So lässt sich der Ausstoß klimaschädlicher Gase bereits in der Lieferkette reduzieren. Die Nachhaltigkeitsexperten von DEKRA unterstützen bei solchen Zielen und Projekten und beraten beispielsweise bei Neubauprojekten hinsichtlich Umweltstandards. Ein Teil ihrer Arbeit liegt in der Beratung hinsichtlich CO2-Vermeidung und Energieeinkauf sowie CO2-neutraler Produktion. „Zunächst sehen wir uns die Werke an: Wo kommt der Strom her? Welche Emissionen entstehen? Sind effizientere Maschinen notwendig? Dabei hilft uns die Ist-Analyse, unsere Erkenntnisse mit den anderen Standorten abzugleichen und entsprechende Maßnahmen zu initiieren“, berichtet DEKRA Projektmanagerin Christina Bocher. In den Folgeschritten wird auch die Materialvorkette bis hin zur Rohstoffgewinnung betrachtet.

Gemeinsam für transparente Lieferketten

Das Thema Nachhaltigkeit ist für die Industrie nicht neu. In einer Zeit jedoch, in der Wertschöpfungsketten weltweit immer komplexer und unübersichtlicher würden, sei es nötig, so Bocher, größtmögliche Transparenz über die Wertschöpfungskette zu erhalten. Das gelingt am besten über Partnerschaften zwischen Herstellern und Lieferanten. „Hersteller kaufen nicht mehr einfach Produkte bei ihren Lieferanten ein, sondern entwickeln sie gemeinsam mit ihnen“, sagt die DEKRA Expertin. Eine Zusammenarbeit in engem Schulterschluss wird zukünftig unerlässlich sein. Für die Unternehmen rücken Nachhaltigkeitsaspekte vermehrt in den Fokus. Sie bewerten Produkte nach Umwelt- oder sozialen Kriterien, sodass ihre Einkäufer zunehmend die ökonomische durch eine ökologische Betrachtungsweise ergänzen müssen. Lieferanten sind deshalb gefordert, den Entstehungsprozess ihrer Produkte lückenlos zu dokumentieren – und ebenfalls Transparenz über die Herstellungsbedingungen in ihrer eigenen Lieferkette zu schaffen. Nachhaltigkeit über die gesamte Lieferkette lässt sich außerdem durch die Auswahl neuer Lieferanten, die Verpflichtung vorhandener Lieferanten auf Nachhaltigkeitsgrundsätze sowie den Einkauf nachhaltiger Produkte erreichen. Wichtig ist zudem, dass im Unternehmen selbst Nachhaltigkeit fest verankert ist. „Man ist nur dann glaubwürdig, wenn man dieses Thema lebt“, resümiert Bocher. Sie ergänzt: „Auch DEKRA ist in Sachen Nachhaltigkeit stark engagiert.“

Drei Fragen an …

Christina Bocher, Senior Project Manager Sustainability & Regulatory Compliance, Sustainability Services, DEKRA Assurance Services GmbH

Christina Bocher, Senior Project Manager Sustainability & Regulatory Compliance, Sustainability Services, DEKRA Assurance Services GmbH, Foto: DEKRA

Was kennzeichnet eine nachhaltige Liefer- und Wertschöpfungskette?

Unternehmen mit einer nachhaltigen oder verantwortungsbewussten Lieferkette berücksichtigen die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Wertschöpfungsketten über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen. Durch mehr Transparenz kann ein Wettbewerbsvorteil erzielt werden, da die Anforderungen von Verbrauchern und Marktpartnern erfüllt werden.


Was können Unternehmen tun, um nachhaltiger zu werden, und wo kann DEKRA mit ihrer Expertise Unternehmen bei diesem Prozess begleiten?
Im ersten Schritt sollten Unternehmen die Auswirkungen ihrer Produkte und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus sowie ihre Rolle in der Wertschöpfungskette verstehen. DEKRA unterstützt dabei, diese zu analysieren und relevante Handlungsfelder zu identifizieren. Abhängig von der Wesentlichkeit stehen das Produkt, die Produktion oder die Organisation selbst im Vordergrund. Mit unserer Expertise unterstützen wir Unternehmen ganzheitlich auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Welche Anforderungen müssen Einkäufer an ihre Lieferanten stellen, und wie können sie sicherstellen, dass ihnen nachhaltig hergestellte Produkte geliefert werden?

Standards und Prozesse zur Überprüfung und Durchsetzung von Nachhaltigkeitskriterien sollten unbedingt in die Beschaffungsabläufe integriert werden. Die gestellten Anforderungen sollten sich an international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards orientieren. Genauso wichtig ist der Aufbau einer vertrauensvollen, transparenten und partnerschaftlichen Geschäftsbeziehung mit den Lieferanten, da ihnen dadurch Anreize für die kontinuierliche Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsleistung geboten werden können. 

 

 

 

 

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