Wanderbaustellen: Mehr Sicherheit durch autonomes Fahrzeug

Autobahnbaustellen, speziell Wanderbaustellen, bergen ein großes Gefahrenpotential. Dies betrifft speziell die Absicherung. Ein autonomes Fahrzeug soll diese Situation künftig verbessern.

Immer wieder kommt es an Wanderbaustellen auf Autobahnen zu schweren Unfällen. Abhilfe soll ein autonom fahrendes Absicherungsfahrzeug schaffen. Foto: BASt

Immer wieder kommt es an Wanderbaustellen auf Autobahnen zu schweren Unfällen. Abhilfe soll ein autonom fahrendes Absicherungsfahrzeug schaffen. Foto: BASt

Wenn am Straßenrand gebaut wird, ist die Gefahr groß. Unachtsame, abgelenkte Fahrer, aber auch Nachlässigkeiten bei der Absicherung, können zu fatalen, schweren Unfällen führen, bei denen nicht selten Tote zu beklagen sind. Ein Schwerpunkt hierbei ist der sogenannte Zulauf zur Baustelle, also der Bereich mit dem Warnfahrzeug unmittelbar vor der Baustelle.

Schwere Unfälle vermeiden

Besonders bei Wanderbaustellen besteht die Gefahr, dass sich dieses Absicherungsfahrzeug zu weit von der eigentlichen Arbeitsstelle entfernt. Zügig fortschreitende Arbeiten etwa beim Mähen der Seitenstreifen oder Reinigen von Leitpfosten lassen die eigentliche Baustelle vorrücken, während das Warn- und Sicherungsfahrzeug zurückbleibt – zum Beispiel, weil es im Augenblick unbesetzt ist.

Um diese Problematik zu beheben, soll nun ein Absicherungsfahrzeug mit autonomer Steuerung entwickelt werden, das der vorauswandernden Baustelle automatisch folgt. Acht Partner aus Industrie, Forschung und Verwaltung entwickeln gemeinsam am sogenannten „Projekt aFAS“, das inzwischen in die Testphase im Realverkehr eintreten soll.

Seriennahe Technik im Einsatz

Hierzu hat Projektpartner MAN an einem Baustellen-Lkw geforscht, der auf einer Teststrecke in Hessen auf dem Autobahn-Standstreifen zum Einsatz kommen soll. Das Vorhaben stellt die Projektpartner aufgrund des fahrerlosen Betriebs vor große Herausforderungen: So sind besonders hohe Anforderungen an die funktionale Sicherheit des Fahrzeuges sowie an die Qualität der Fahrzeugtechnik zu erfüllen. Lenk- und Bremssystem, Sensorik, Umfelderkennung sowie steuernde Softwarekomponenten müssen strenge Kriterien für sicherheitsrelevante Systeme in Kraftfahrzeugen erfüllen.

Das Fahrzeug soll dabei weitgehend mit Serienkomponenten oder seriennaher Technik sowohl für die Steuerung als auch für die Umfelderkennung ausgerüstet werden. Unter anderem kommen Kamera- und Radarsysteme zum Einsatz, die Fahrstreifen und Freiflächen sowie Objekte im Umfeld erkennen können. Außerdem besteht eine Datenverbindung zwischen Arbeits- und Absicherungsfahrzeug.

Via auto, motor und sport

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