Autonomes Fahren: Forschung für Baustellen

Autonomes Fahren wird in der Autoindustrie als Schlüsseltechnologie für das kommende Jahrzehnt angesehen. Das Fraunhofer-Institut erforscht Techniken für Autobahnbaustellen.

Das Fraunhofer-Institut forscht an einer Technik, mit der autonomes Fahren auch in komplexen Situationen auf der Autobahn möglich werden soll. Foto: Fraunhofer-Institut

Nahezu jeder Autohersteller forscht daran, bei einigen Marken ist die Technik sogar schon teilweise im Serieneinsatz. Autonomes Fahren soll in naher Zukunft die Verkehrssicherheit verbessern und Autofahrer entlasten. Doch die Technik hat ihre Tücken, der Mensch ist nach wie vor erheblich besser dazu in der Lage, auf komplexe Situationen im Straßenverkehr zu reagieren.

Auf Standard-Strecken wie zum Beispiel Autobahnen ohne Gegen- und Querverkehr mit breiten, klar gekennzeichneten Fahrspuren ist die Technik hingegen bereits jetzt in der Lage, ein Auto sicher und zuverlässig zu steuern. Der nächste Schritt ist nun, ungewöhnliche und nicht normierte Verkehrssituationen „maschinenlesbar“ zu machen. Ein Beispiel für solche komplexe Situationen sind Autobahnbaustellen. Verengte Fahrspuren, während des Bauverlaufs sich ändernde Streckenführung, enge Kurvenradien und die Umleitung auf die Gegenfahrbahn bringen jetzige Systeme für autonomes Fahren an ihr Limit.

Autobahnbaustellen sind kompliziert

Das Fraunhofer-Institut entwickelt unter anderem ein System, das sich in solchen Situationen optimal zurecht finden soll. Dabei sind etliche Faktoren zu berücksichtigen – sich überlagernde Fahrspurmarkierungen erschweren dem kamerabasierten System die Orientierung, unsichere Autofahrer reagieren unvorhergesehen, wechselnde Tempolimits sind zu beachten. Stefan Eickeler, am Fraunhofer-Institut zuständig für das Thema Objekterkennung, erläutert: „Unsere Technologie ermöglichst es dem System, auch Schilder dieser Art mit hoher Treffsicherheit zu lesen“.

So können in Zukunft komplexe Steuersysteme in Zusammenarbeit mit dem Navigationssystem des Fahrzeugs in Baustellen geänderte Ausfahrten korrekt erfassen, Fahrzeugabstände optimal bemessen und die richtige Geschwindigkeit wählen. „Was beim assistierten Fahren in Kürze schon für Entspannung und mehr Sicherheit beim Fahren sorgen könnte, soll auf lange Sicht auch von ganz alleine funktionieren: Dann werden automatisierte Fahrzeuge eigenständig reagieren“, erläutert Eickeler. Das Fraunhofer-Institut stellt die Forschungsergebnisse auf der diesjährigen Computermesse CeBIT in Hannover vor.

Via Fraunhofer-Institut

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