Autonomes Fahren: Deutsche misstrauen Technologie-Firmen

Das Thema Autonomes Fahren wird von den Verbrauchern zwiespältig gesehen. Das ergab jetzt eine Studie eines Forschungsinstituts.

Deutsche Autofahrer vertrauen eher den klassischen Automobilherstellern bei der Entwicklung autonom fahrender Autos und dem sicheren Umgang mit ihren Daten. Foto: BMW

Inrix Research, ein Anbieter von Services für das vernetzte Automobil und datenbasierte Verkehrsanalysen, befragte mehr als 5.000 Autofahrer in fünf Ländern zu ihrer Einstellung gegenüber vernetzten und autonomen Fahrzeugen, darunter 1.002 Deutsche. Das Ergebnis überrascht, denn die befragten Verbraucher haben erheblich größeres Vertrauen in klassische Automobilhersteller als in Technologie-Firmen vor allem aus dem Silicon Valley.

Dass Autonomes Fahren kommt, scheint nach Expertenmeinung sicher, auch die Hälfte der Befragten glaubt, dass schon in den kommenden zehn Jahren autonom fahrende Autos verfügbar sind. Obwohl sogar fast 70 Prozent der Autofahrer der Meinung sind, dass autonome Fahrzeuge mindestens ebenso sicher sind wie konventionell gesteuerte, würden doch nur rund 20 Prozent ein solches selbstfahrendes Auto kaufen.

Autofahrer sind generell eher misstrauisch beim Datenschutz

Der Vertrauensvorsprung für die Autoindustrie gegenüber Unternehmen wie Apple oder Google sollte von den Herstellern jedoch nicht bejubelt werden, denn das Misstrauen ist dennoch groß. 45 Prozent der befragten Autofahrer erklärten, dass Sie beim Umgang mit ihren Fahrzeugdaten generell niemandem vertrauen würden, nur von der Restgruppe sprachen zwei Drittel den Autoherstellern statt den Technologieunternehmen ihr Vertrauen aus.

„Traditionelle Autobauer werden zweifellos eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung vernetzter und autonomer Fahrzeuge spielen. Dennoch müssen sie erst Vertrauen bei den Verbrauchern aufbauen, indem sie ihre mit diesen neuen Technologien einhergehenden Bedenken und Sichtweisen besser verstehen“, sagt Dr. Graham Cookson, Chief Economist und Head of Research bei INRIX. „Ohne dieses Vertrauen könnten sich Verbraucher den Technologieunternehmen zuwenden, die mehr Erfahrung bei der Entwicklung und Einführung neuer Technologien – wie dem autonomen Fahren – auf dem Massenmarkt vorweisen.“

 

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